Leuchtpulver & Pigmente

Nachleuchtende Pigmente zum Einrühren in Harz, Lack, Farbe, Kleber oder Kunststoff – in vielen Farben, Körnungen und als Glitzerpulver. Als Ausgangswert empfehlen wir ca. 20 % Pigment, bezogen auf das Trägermaterial.

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Was ist Leuchtpulver?

Leuchtpulver ist ein nachleuchtendes Pigment, das Licht speichert und im Dunkeln als sichtbares Leuchten wieder abgibt – ohne Strom und so oft Sie möchten. Fast alle unsere Pulver bestehen aus Strontiumaluminat, das mit Europium und Dysprosium dotiert ist. Dotiert heißt: Diese Fremdstoffe sind gezielt in den Kristall eingebaut, damit er Licht aufnehmen und langsam wieder abgeben kann. Eine SiO₂-Schicht macht das Pigment wasserbeständig.

Leuchtpulver wird nicht pur verwendet. Es löst sich nicht auf, sondern wird in einen Träger eingerührt und schwebt darin als Suspension. Geeignete Träger sind zum Beispiel Epoxid- und Gießharz, Klarlack, Acrylfarbe, Kleber, Kleister, Wachs oder Silikon. Sie können das Pulver auch auf eine klebende Fläche streuen.

Welches Leuchtpulver passt zu Ihrem Projekt?

Welches Leuchtpulver passt, hängt von zwei Fragen ab: Wie soll die Fläche bei Tag aussehen, und wie fein muss das Korn für Ihr Werkzeug sein? Die Korngröße ist der Durchmesser der einzelnen Körner in Mikrometern (1 µm = ein tausendstel Millimeter). Grob gilt: Gröbere Körner leuchten stärker, feinere gehen leichter durch Düsen und Siebe.

UnterkategorieKorngrößeTypischer Einsatz
Nachleuchtpigmenteca. 20–150 µmGießharz, Lack, Farbe, Kleber; bei Tag weißlich oder farbig
Leuchtpulver mit kräftiger Tagesfarbeca. 20–30 µmMotive, die auch bei Tag deutlich farbig wirken sollen
Leuchtpulver mit Glitterca. 75–120 µmDeko, Resin-Art, Nageldesign – funkelt bei Licht
Feinpigmente5–15 µmSiebdruck, Airbrush, Uhrzeiger, 3D-Druck mit DLP/SLA
Pulverlackfertiger LackPulverbeschichtung von Metall, Glas, Keramik und Ton

Welche Farbe leuchtet am längsten?

Am längsten leuchten Pigmente mit weißlicher Tagesfarbe und grünem, blaugrünem oder blauem Nachleuchten: bis zu 12 Stunden nach voller Aufladung, in völliger Dunkelheit. Grün ist der Grundton aller Nachleuchtpigmente. Jede Einfärbung kostet Leuchtkraft. Unsere Pigmente ordnen wir in drei Stufen ein:

PigmenteLeuchtdauer
weißliche Tagesfarbe, Nachleuchten Grün, Blaugrün oder Blaubis zu 12 Stunden
hell eingefärbte Tagesfarbe, z. B. Gelb-Gelbgrün, Grün-Grün, Orangebis zu 4 Stunden
Weiß-Weiß, dunkel eingefärbte Töne wie Blau-Blau, Lila-Lila, Pink-Pink sowie farbig leuchtende Natur-Töne und Lilabis zu 2 Stunden

Alle Werte gelten nach voller Aufladung in völliger Dunkelheit. Am hellsten ist das Leuchten in den ersten Minuten, nach 1–2 Stunden geht es in ein Glimmen über. Lila lädt sich nur mit UV-Licht richtig auf. Ein echtes Rot ist mit Nachleuchtpigmenten technisch nicht möglich.

Wie laden Sie Leuchtpulver auf?

Leuchtpulver lädt sich mit jeder Lichtquelle auf, am schnellsten mit UV-Licht und Sonne. Richtwerte für eine volle Aufladung:

LichtquelleDauer
UV-Licht ab 365 nm2–4 Minuten
Sonne6–9 Minuten
Leuchtstofflampe20–24 Minuten
Glühlampeca. 25 Minuten

Dunkel eingefärbte Töne brauchen kräftiges Licht. Mit schwachem Zimmerlicht werden sie nur wenig angeregt.

So dosieren Sie Leuchtpulver

Als Ausgangswert empfehlen wir ca. 20 % Pigment, bezogen auf das Trägermaterial; üblich sind 10–50 %. Auf 100 ml Klarlack sind das etwa 20 g. In deckenden Trägern wie weißer Wandfarbe nehmen Sie eher 30–50 %. In klaren Trägern bringt mehr als etwa 30 % nur noch wenig. Die Menge für Ihr Projekt berechnet der Mischrechner.

  1. Einen möglichst transparenten, hellen Träger wählen. Dunkle Träger und Lacke mit UV-Filter schlucken Leuchtkraft.
  2. Dunkle Untergründe vorher hell grundieren.
  3. Das Pulver gleichmäßig einrühren. In dünnflüssigem Harz sinkt es ab: Harz kurz anziehen lassen, dann einrühren.
  4. Die Mischung an einer kleinen Probe testen, bevor Sie das ganze Werkstück bearbeiten.

Verschiedene Leuchtpulver lassen sich mischen. Einen neuen Farbton nach Farbenlehre ergibt das aber nicht.

Gut zu wissen: Grenzen und Sicherheit

Nachleuchten ist eine Orientierungs- und Effekthilfe, keine Beleuchtung. Sichtbar wird es nur in echter Dunkelheit, unter einer Straßenlaterne kaum.

  • Hitze: Reines, ungefärbtes Pigment hält bis 1.200 °C. Eingefärbte Pigmente und Glitzerpulver nicht über ca. 150 °C verarbeiten.
  • Wasser: Das Pigment ist wasserbeständig. Wie wetterfest das fertige Objekt ist, hängt vom Träger ab; draußen wetterfeste Klarlacke oder Epoxid verwenden.
  • Einstufung: Pigmente und Glitzerpulver auf Strontiumaluminat-Basis sind nicht als gefährlich eingestuft nach CLP. Ausnahmen sind das orange Pulver auf Calciumsulfid-Basis und der Pulverlack. Einzelheiten stehen in den Sicherheitsdatenblättern.
  • Verarbeitung: Das Rohpigment ist kein Spielzeug. Vermeiden Sie beim Verarbeiten größerer Mengen Staub und den Kontakt mit Haut und Augen.

Wie das Leuchten physikalisch entsteht, lesen Sie unter Nachleuchten erklärt.

Häufige Fragen

Ist Leuchtpulver radioaktiv?
Nein – wie alle modernen Nachleuchtpigmente. Das Leuchten entsteht allein durch gespeichertes Licht.
Wie weit reichen 40 g Leuchtpulver?
Bei ca. 20 % Pigment reichen 40 g für rund 200 ml klaren Träger. In deckenden Trägern brauchen Sie mehr Pigment.
Wie oft lässt sich Leuchtpulver aufladen?
Immer wieder. Das Pigment lässt sich mit jeder neuen Belichtung erneut aufladen und hat eine sehr geringe Alterung.
Kann ich Leuchtpulver in Wasser verwenden?
Leuchtpulver löst sich in Wasser nicht und sinkt ab. Für Anwendungen im Wasser binden Sie es in Harz oder Klarlack ein.
Leuchtet Leuchtpulver unter Schwarzlicht?
Ja, die Pigmente fluoreszieren zusätzlich unter UV- bzw. Schwarzlicht. Das eigentliche Nachleuchten sehen Sie erst, wenn das Licht aus ist.
Warum leuchtet meine Mischung schwächer als erwartet?
Häufige Gründe sind ein dunkler oder deckender Träger, ein Lack mit UV-Filter, zu wenig Pigment oder eine zu kurze Aufladung. Prüfen Sie das Leuchten außerdem in völliger Dunkelheit.