Leuchtfarben & Lacke

Fertig angemischte nachleuchtende Farben, Lacke und Pasten – zum Malen, Lackieren und für feine Details wie Uhrenzeiger. Hergestellt in Deutschland.

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Was sind Leuchtfarben und Leuchtlacke?

Leuchtfarben und Leuchtlacke sind fertig angemischte Anstriche mit nachleuchtenden Pigmenten, die Licht speichern und im Dunkeln wieder abgeben – ganz ohne Strom. Die Pigmente bestehen aus Strontiumaluminat, das mit Europium und Dysprosium dotiert ist. Strontiumaluminat ist heute das gängige Material für langes Nachleuchten. Sie müssen nichts anrühren: umrühren, auftragen, mit Licht aufladen. Wer Pigmente lieber selbst in Harz, Kleber oder Kunststoff einrührt, findet sie bei den Leuchtpulvern und Pigmenten.

Welche Leuchtfarbe passt zu Ihrem Vorhaben?

Die Wahl hängt vor allem von der Größe der Fläche ab: für Motive und Bilder die Farbe, für größere Flächen den Lack, für winzige Markierungen die Uhrenzeigerfarbe und für Bilder auf Papier das Aquarell.

ProduktGebindeAuftragTypischer Einsatz
LeuchtfarbeFlasche, 100 g (ca. 90 ml)Pinsel, Schwamm oder Rolle, 2–3 dünne SchichtenSternenmotive, Leinwand, Steine, Deko, Lichtschalter
Leuchtfarbe mit GlitterFlasche, 100 g (ca. 90 ml)wie die LeuchtfarbeMotive, die bei Tag schimmern sollen
LeuchtlackMetalldose, 250 mlPinsel oder Rolle, 3–4 Schichten zu je ca. 40 µmSternenhimmel, Markierungen an Türen und Stufen
UhrenzeigerfarbeGlasfläschchen, ca. 2 gNadel, Zahnstocher oder feiner Pinsel, 2 SchichtenZeiger, Ziffern, Modellbau, Schmuck
Leucht-AquarellSet mit 5 Pfännchen zu je 2 gbeiliegender WassertankpinselBilder auf Papier

Die Uhrenzeigerfarbe ist fein gekörnt und lässt sich mit Nadel oder Zahnstocher punktgenau setzen. Das Leucht-Aquarell wird von Hand gefertigt; dank Wassertankpinsel malen Sie ohne Wasserglas, auch unterwegs.

Was unterscheidet Leuchtfarbe und Leuchtlack?

Leuchtfarbe ist eine Acrylfarbe für Motive und Bilder, Leuchtlack ein fast transparenter Farblack für dünne Schichten auf größeren Flächen. Beide sind gebrauchsfertig. Die Leuchtfarbe gibt es in vielen Tönen, darunter eingefärbte, die auch tagsüber farbig wirken. Der Leuchtlack in Grün oder Blaugrün fällt bei Tag auf hellen Flächen kaum auf. Er ist nach ca. 1 Stunde trocken, und eine Dose reicht bei drei Schichten für über 2,5 m².

Welcher Farbton leuchtet am längsten?

Am längsten leuchten die hellen, bei Tag weißlichen Töne: bis zu 12 Stunden nach voller Aufladung, in völliger Dunkelheit. Je stärker ein Ton eingefärbt ist, desto kürzer und schwächer leuchtet er.

  • Bis zu 12 Stunden: helle, weißliche Töne wie Gelbgrün, Blaugrün oder Natur-Blau
  • Bis zu 4 Stunden: hell eingefärbte Töne wie Gelb, Grün oder Orange der Leuchtfarbe
  • Bis zu 2 Stunden: Weiß und kräftig eingefärbte Töne wie Pink oder Blau-Blau

Die genaue Angabe steht bei jedem Produkt. Am hellsten ist das Leuchten in den ersten Minuten, nach 1–2 Stunden geht es in ein Glimmen über. Glitter und die feine Körnung der Uhrenzeigerfarbe schwächen das Leuchten etwas. Ein echtes rotes Nachleuchten ist technisch nicht möglich. Wie das Leuchten entsteht, lesen Sie unter Nachleuchten erklärt.

Wie laden Sie Leuchtfarben auf?

Leuchtfarben laden sich mit jeder Lichtquelle auf, beliebig oft. Am schnellsten geht es mit UV-Licht oder Sonne. Richtwerte für eine volle Aufladung der Leuchtpigmente:

LichtquelleDauer
UV-Licht ab 365 nm2–4 Minuten
Sonne6–9 Minuten
Leuchtstofflampe20–24 Minuten
Glühlampeca. 25 Minuten

So gelingt der Anstrich

Ein heller Untergrund und mehrere dünne Schichten bringen mehr Leuchten als jede andere Maßnahme.

  1. Farbe oder Lack gründlich umrühren, auch am Boden – die Leuchtpigmente setzen sich ab.
  2. Saugende Flächen wie Tapete, Papier oder Holz direkt streichen. Glatte Flächen vorher grundieren, dunkle Flächen hell, am besten weiß.
  3. Mehrere dünne Schichten auftragen und jede trocknen lassen. Sie leuchten kräftiger als eine dicke Schicht.
  4. Nur leicht mit Wasser verdünnen. Stärkeres Verdünnen kostet Leuchtkraft.
  5. Im Außenbereich die getrocknete Schicht mit Klarlack versiegeln.

Gut zu wissen

Nachleuchten dient der Orientierung und dem Effekt, es ersetzt keine Beleuchtung. Sichtbar ist es nur in echter Dunkelheit, unter einer Straßenlaterne kaum. Für Gießharz und Pouring ist die fertige Leuchtfarbe zu pastös; dafür rühren Sie Leuchtpigmente direkt ein. Auf Stoff und Leder hält die Leuchtfarbe ebenfalls, Textilien waschen Sie bei höchstens 30 °C. Die Sicherheitsdatenblätter finden Sie bei den Produkten und gesammelt unter Sicherheitsdatenblätter.

Häufige Fragen

Brauchen Leuchtfarben Strom oder Batterien?
Nein. Die Pigmente speichern Licht und geben es im Dunkeln wieder ab. Danach laden Sie sie mit Tages- oder Lampenlicht beliebig oft neu auf.
Sind die Leuchtfarben radioaktiv?
Nein, wie alle modernen Nachleuchtpigmente. Das Leuchten entsteht allein durch gespeichertes Licht.
Leuchtfarbe oder Leuchtlack – was nehme ich für eine Wand?
Für Motive wie Sterne an Wand und Decke eignet sich die Leuchtfarbe. Soll eine größere Fläche bei Tag möglichst unauffällig bleiben, ist der fast transparente Leuchtlack in Grün oder Blaugrün die passende Wahl.
Kann ich die Farben draußen verwenden?
Ja, aber nur mit Schutz: Farbe, Lack und Uhrenzeigerfarbe sind nicht wetterfest. Versiegeln Sie die getrocknete Schicht mit einem Klarlack; sichtbar ist das Leuchten draußen nur, wo es wirklich dunkel ist.
Warum leuchtet mein Anstrich nur schwach?
Häufige Gründe sind ein dunkler Untergrund, eine zu dünne oder zu stark verdünnte Schicht, eine unvollständige Aufladung oder ein Raum, der nicht ganz dunkel ist. Eingefärbte Töne leuchten zudem schwächer als die weißlichen.